Masterclass beim Stilpiraten „Steffen Böttcher“

  • 3. Februar 2015

Ich war auf dem Weg nach Hause. Ich hatte zwei Tage Masterclass beim Stilpiraten Steffen Böttcher hinter mir und meine Gedanken kreisten und kreisten und kreisten… Ich versuchte ernsthaft Ordnung in das Gewühl aus Informationen, Tips, Emotionen usw. in meinem Kopf zu bringen aber irgendwie wollte mir das nicht so recht gelingen. Bis ich schließlich mit einem lauten „Bummms“ auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurde. Im Rückspiegel sah ich im Scheinwerferlicht des hinter mir fahrenden Autos  noch ein paar Haarbüschel über die Fahrbahn rollen, bis mich der Vollidiot im Dunkeln, mitten auf der Landstraße mit Tempo 160km/h überholte. Trottel. Immerhin bin ich nicht in die Eisen gegangen, als plötzlich der Feldhase vor meinem Auto auftauchte. R.I.P. kleiner Mümmelmann…

Zu Hause angekommen musste ich natürlich erst mal meinem Mann erzählen, was ich in den letzten beiden Tagen alles erlebt und gelernt habe. Zumindest habe ich es wohl versucht. Er hat mich angesehen, als sei ich ein Außerirdischer der versucht Kontakt mit der Menschheit aufzunehmen. Oder gab es vielleicht ne Kopfwäsche? Ach ka… Jedenfalls wusste ich nicht wo ich anfangen sollte und sprang zwischen den Erlebnissen nur so her. Nun sind ja mittlerweile ein paar Tage vergangen und mein altes Leben hat mich wieder. Deshalb versuche ich es nun einfach nochmal:

2013 war ein wirklich aufregendes und spannendes Jahr! Ich habe viele neue Leute kennengelernt und unheimlich viel dazu gelernt. Als i-Tüpfelchen habe ich mir diesmal ein eigenes Weihnachtsgeschenk gemacht: der Besuch des Masterclass Workshops bei Steffen Böttcher!
Und ich hatte Glück, tatsächlich schaffte ich es einen der heiß umworbenen Plätze zu ergattern! Wooooow….mein Herz pochte und schlug mir vor Aufregung bis zum Hals, als ich die Bestätigung seiner Frau Christina im Email-Eingang hatte! Und so ging es die Wochen bis zum Workshop eigentlich auch weiter. Jedes Mal wenn ich daran dachte, wurde ich nervös und freute mich wie blöde. Irgendwann kam dann der große Tag im Dezember und es ging auf ins neue Heidestudio.
Das Navi beförderte mich vor eine Hofeinfahrt und ich stieg aus um mich nach Parkplätzen umzusehen. Kaum stand ich auf dem Hof, kam Steffen raus und begrüßte mich mit einer wahnsinns herzlichen und offenen Art. Es kam mir so ein wenig vor wie: Herzlich willkommen in deinem neuen zu Hause.
So fühlte ich mich als ich das Studio betrat. Heimische und familiäre Atmosphäre, tolle und gemütliche Einrichtung! Der Tisch einlandend für das Frühstück gedeckt. Fehlten nur noch die anderen Teilnehmer. Wobei ein Teilnehmer bereits vor mir da war, Markus. Witzigerweise stellte sich heraus, dass er aus dem Ort kommt wo ich aufgewachsen bin und auch zur Schule ging. Ca. 390km von  vom Heidestudio in Holm-Seppensen entfernt. Wie klein die Welt doch manchmal ist! Und so langsam trudelten dann auch die anderen Teilnehmer mit Steffens Frau Christina ein: Manuela, Simon und Arne.
Wir frühstückten gemütlich und stiegen so langsam in das Thema Fotografie ein. Wir unterhielten uns über Bildbände von alten (und auch aktuellen) Fotografen-Meistern und deren Bildstilen. Steffen schulte unser fotografisches Sehen und zeigte uns völlig neue Blickwinkel und Gestaltungsmöglichkeiten auf.
Es dauerte nicht lang und unsere beiden Model Lena und Bertan trafen ein. Ein unheimlich süßes und liebenswertes Paar! Zusammen gingen wir in den Garten und Steffen gab uns viele Tips zum Entstehen von natürlichen Paarfotos. Es war zwar schon fast richtig dunkel, aber Glück hing eine Lichterkette am Baum mit deren Hilfe wir tolle Bilder machen konnten! Im Studio haben wir anschließend noch mit verschiedenen Lichtsituationen gespielt und haben mit Bertan klasse Portraits entstehen lassen.
Immer noch geflasht vom Vortag, starteten wir nach dem Frühstück frisch gestärkt in den zweiten Tag . Auf dem Programm stand: das Meistern einer Alltagssituation im Studio. Steffen gab uns dazu ein kleines Studiosetup vor, allerdings durften wir für unser Bild nur den Auslöser tätigen! Wir sollten uns nicht auf die Technik, sondern voll und ganz auf unseren Kunden (also in diesem Fall unser Model Lena) konzentrieren. Für jeden Workshop Teilnehmer gab es 15-20 Minuten in denen er das im Workshop erlente anwenden soll. Irgendwann war ich an der Reihe und setzte mich zu Lena auf das Sofa. Uffffff, da war sie, die Blockade in meinem Kopf!
Ganz schön komisches Gefühl wenn der Stilpirat in der Nähe sitzt und dich beobachtet… . Ich wusste zunächst gar nicht mehr was ich alles mit Lena bzgl. Kennenlernen und Shooting besprechen wollte, aber Steffen griff schnell ein und nahm mir die Unsicherheit. Es ist unglaublich wie sehr er sich in die Gefühle seiner Mitmenschen hineinversetzen kann! Nach dem Gespräch gingen wir zur Kamera und ließ Lena posieren. Klack. Foto im Kasten. Und was ich da sah, zauberte mir Tränen in die Augen. Ich war so gerührt und emotional geladen, dass ich anfing zu weinen. Vor Freude und einfach nur weil viele Gefühle einfach mal raus mussten. Ich war übrigens der einzige Teilnehmer, der ein melancholisches Bild erschaffen hat. Bei den anderen sahen die Bilder wesentlich fröhlicher aus… .
Kaum war diese abgeschlossen, kam auch schon die nächste: Lena braucht ein neues Profilbild für Facebook und wir sollen es planen und erstellen! Dazu wurden wir in zwei Gruppen geteilt. Eine Gruppe war mit dieser Aufgabe beschäftigt und die andere widmete sich der Konzepterstellung für das Cover von Steffens neuem Hörbuch. Nachdem meine ganze Anspannung wie weggeblasen war, sprach ich mit Lena über ihre Wünsche für das Bild. Wir wurden uns sehr schnell einig und entschieden uns für eine Situation an einer Bar, sie mit Zigarette, völlig fertig, anteilnahmslos… Durch die tatkräftige Unterstützung der anderen Teilnehmer, erschufen wir schnell eine Bar (schon geil was man alles mit einem Klavier anstellen kann) und auch das Bild war im Kasten!
Die Zeit rannte und rannte, leider viel zu schnell. Dennoch nahmen wir uns Zeit und bearbeiteten unsere Werke an unseren Laptops und erhielten noch viele weitere wertvolle Tips in Sachen Bildbearbeitung.
Zum Abschluß der Masterclass bekam noch jeder von uns sein persönliches Feedback. Einmal von Lena und natürlich auch vom Stilpiraten selbst. Es ist mir nach wie vor unbegreiflich, wie gut er mich nach nur zwei Tagen einschätzen konnte und kennengelernt hat. Seine Worte haben mich sehr berührt und noch einmal bestätigt, dass ich mich auf dem richtigen Weg befinde und unbedingt weiter machen soll! Ich habe etwas, das viele andere Fotografen nicht haben: Emotionen! Und diese soll ich weiterhin in und mit meinen Bildern ausdrücken! Und dann fielen seine Abschlussworte an uns, und es herrschte Stille, für gefühlte Minuten … Ich glaube jeder von uns brauchte einen Momentan um zu realisieren, dass der Workshop nun zu Ende war und wir uns schon bald auf den Weg nach Hause machen würden.
Dann kam der große Abschied und unsere Wege trennten uns… aber nicht für immer, denn schon im Mai bin ich wieder bei einem seiner Workshops dabei und hoffe, dass mir diesmal nicht wieder ein selbstmordgefährdeter Hase unter die Räder kommt…

 

Lieber Steffen, ich danke Dir für die wahnsinnig tolle und lehrreiche Zeit bei Dir! Mit Deiner Hilfe habe ich mein Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl nach einer schweren Zeit wieder aufbauen können und blicke nach vorne!
Liebe Christina, Steffen hat riesiges Glück so eine tolle und herzensgute Frau an seiner Seite zu haben! Die Bewirtung war großartig und werde Deine Köstlichkeiten mit Sicherheit vermissen!
Liebe Lena, lieber Bertan, Ihr seid ein zauberhaftes Paar! Bleibt so wie Ihr seid! Vielen Dank für die Geduld, die Ihr mit uns hattet!
Meine lieben Masterclass-Kollegen, ich bin so froh, dass ich mit Euch gemeinsam diese tolle  Zeit genießen durfte! Ich danke Euch für die vielen Tips und Eure tatkräftige Unterstützung!

 

2014-01-14_0002

 

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